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Zwischen Schwarz und Weiß
Scherenschnittkunst in Berlin
von der Aufklärung bis zur Moderne
getuscht, gerissen, geschnitten, gestanzt, gedruckt

Schloss Britz hat in den Jahren seit seiner Wiedereröffnung im Jahre 1988 immer wieder spezielle Ausstellungsthemen für das Berliner Publikum aufbereitet, die sehr gut als Kammerausstellungen geeignet sind. Das Spektrum der bisher 57 gezeigten Ausstellungen reichte vom Berliner Eisen bis zu Bruno Taut. So konnte man sich u. a. intensiv über Wiener Silber, Haarkunst des Biedermeier und Böhmische Krippen, über die Tradition der Wiener Ballkultur, über das Frauenbild der Gründerzeit, das sich in der Puppenwelt spiegelt, über Europäische Wohnkultur aus Renaissance und Barock, über Perlenstickerei, über die Kunst der Geheimsprache der Fächer, über Glaskunst des Art deco und über die Vielfalt von Hutmodellen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und vieles andere mehr informieren. An dieser Stelle seien exemplarisch noch zwei personenorientierte Ausstellungen genannt: Lotte in Berlin - das Wetzlarer Lottehaus zu Gast auf Schloss Britz und eine Hommage für Götz Friedrich. Inspiriert von der Aussagekraft des Gezeigten wurden - aufgrund des großen Interesses - zusätzlich Bürgerfahrten organisiert, um sich vor Ort noch intensiver mit der jeweiligen Thematik zu beschäftigen. Ich erinnere an die Ausstellungen über das Hirschberger Tal, über Europäische Porzellanmanufakturen, über Herrenhäuser der Mark Brandenburg und über Fürst Pückler.
    Selbstverständlich müssen an dieser Stelle auch die zehn weit über die Grenzen Berlins hinaus bekannten Ausstellungen, die Schloss Britz mit seinen russischen Partnern durchgeführt hat, genannt werden, darunter die über das Bernsteinzimmer (1991 und 2000) und die über die Porzellanostereiersammlung der Eremitage (1997).
Wegen der intensiven Kulturtätigkeit, die in der „Perle des Bezirks" für die Öffentlichkeit angeboten wird, hat eine Gruppe engagierter Bürger im Jahre 1996 „Freunde und Förderer Schloss Britz e.V." gegründet. Schon damals war abzusehen, dass aus der angespannten finanziellen Situation des Bezirks Neukölln und der daraus resultierenden Notlage kulturelle Aktivitäten, Einrichtung und Erhaltung des Schlosses Britz nicht mehr ausreichend gefördert werden können.
    Die Gründungsmitglieder fühlten sich dazu verpflichtet, die architektonischen und gartenarchitektonischen Besonderheiten des Schlosses Britz einer breiten Öffentlichkeit nahezubringen und die Durchführung von kulturellen Aktivitäten an diesem Standort zu fördern.
   Dieses Bürgerengagement gilt weiterhin und ist zum augenblicklichen Zeitpunkt besonders wichtig, zumal die öffentliche Hand viele Angebote nicht mehr finanzieren kann. Gerade die kulturellen Angebote eines Gemeinwesens vermitteln jedoch Identität und geben dem Alltagsleben eine besondere Würze, die für die Lebensqualität eines Jeden wichtig ist.
Aus diesem Grunde war es für „Freunde und Förderer Schloss Britz e.V." selbstverständlich, u.a. die Publikation der Broschüre zur Ausstellung „Zwischen Schwarz und Weiß" zu finanzieren.

   Wir freuen uns besonders, dass mit unserer Unterstützung wieder eine interessante Ausstellung auf Schloss Britz gezeigt werden kann, die eine außergewöhnliche Thematik bietet: Einerseits verbindet man mit dem Begriff Scherenschnitt Dilettantismus, andererseits haben sich bekannte Maler, Bildhauer, Dichter und Schriftsteller begeistert dieser künstlerischen Herausforderung gestellt und wahre Meisterstücke geschaffen. In diesem Zusammenhang schien es uns interessant, Werke von in Berlin tätigen Künstlern des ausgehenden 18. Jahrhunderts bis in die späten 20er Jahre zu zeigen.

   Die große Bereitschaft vieler privater Leihgeber und die kollegiale Unterstützung der Museen sollte hier besonders gewürdigt werden. Auch dies ist ein Zeichen von Bürgerengagement und unterstützt das Bestreben von „Freunde und Förderer Schloss Britz e. V", sich für die Kulturarbeit weiter einzusetzen.
Abschließend bedanke ich mich bei allen, die sich für diese Ausstellung eingesetzt haben, die bereit waren, ihre Leihgaben Schloss Britz zu überlassen und wünsche der Ausstellung Erfolg und interessierte Besucher.
Frank Bielka
Vorstand
"Freunde und Förderer Schloss Britz e.V."

Zwischen Schwarz und Weiß
- ein Ausstellungstitel, der die Phantasie und die Neugierde anregt. Scherenschnitte, wer kennt sie nicht und hat nicht schon einmal erlebt, dass ein Scherenschnittkünstler das Porträt abbilden will, oder wer hat nicht schon einmal kindliche Motive als Scherenschnitt gesehen und diese Kunst eher in den Bereich des Trivialen verlegt? Nun hat sich Schloss Britz die Aufgabe gestellt, Scherenschnittkunst in und aus Berlin von der Aufklärung bis zum Ende der 20er Jahre zu zeigen. Bei der Recherche taten sich wahre Wunderwerke auf. Wir stellten fest, dass gerade bis zur Wende zum 20. Jahrhundert diese Kunst sehr populär war. Bekannte Künstler - Schriftsteller, Dichter, Maler, Bildhauer - haben sich mit dieser Kunstrichtung beschäftigt und je nach Temperament und Kunstfertigkeit ihren Schnitten einen besonderen Stil gegeben.

   Der in neuerer Zeit wieder belebte Papierschnitt hat eine bis ins 11. Jahrhundert zurückreichende Tradition. Aus ihr entwickelte sich in Europa seit Mitte des 18. Jahrhunderts die Kunst des "Silhouettierens", benannt nach dem französischen Finanzminister E. de Silhouette, der sich um 1757 durch seine Sparmaßnahmen so verhasst machte, dass man alles ärmlich Aussehende ä la Silhouette nannte, auch die Porträtierkunst in Schattenbildern. Die Silhouette wurde zunehmend in allen Gesellschaftsschichten populär. Schnitten Dilettanten und Künstler um 1800 neben Porträts und Freundschaftstempeln mit Begeisterung Exotika, so thematisierten sie im 19. Jahrhundert neben Märchen zunehmend das Alltagsleben, nach dem 1. Weltkrieg den Tod und das Großstadtleben.
   Getreu der Tradition des Schlosses Britz möchten wir diese besondere Kunstrichtung zwischen Grafik und Kunstgewerbe dem Berliner Publikum und seinen Gästen vorstellen und hoffen, dass die Scherenschnittkunst auch sie so begeistert, wie sie uns zunehmend für sich eingenommen hat.

   Obgleich das Ausleihen des hochempfindlichen Papierschnitts schwierig ist, haben uns Privatsammler und Museen aus ganz Deutschland eindrucksvolle Arbeiten bedeutender Künstler, die in Berlin gelebt haben, anvertraut. Den Anspruch auf dokumentarische Vollständigkeit erheben wir hierbei nicht. Um das Zeitraster der Ausstellung, das bis zum Ende des Expressionismus geht, zu umfassen, seien die Arbeiten von Daniel Chodowiecki, von den Geschwistern Karl und Rosa Maria (verh. Assing) Varnhagen von Ense, von Karl Hermann Fröhlich, Paul Konewka, Johanna Beckmann, Melchior Grossek und Ernst Moritz Engert hier beispielhaft genannt.

   Abschließend möchten wir uns bei allen Helfern, Sponsoren und Kollegen herzlichst bedanken: Unser Dank gilt insbesondere dem Deutschen Scherenschnittverein e.V. für die engagierte Hilfe und Beratung.

   Der Philip Morris GmbH danken wir für die langjährige Förderung.

   Bei folgenden Museen bedanken wir uns für die Überlassung ihrer Leihgaben: Deutsches Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Bücherei, Leipzig; Heimatmuseum Sebnitz; Keramik-Museum Berlin; Kulturhistorisches Museum, Stralsund; Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg; Pommersches Landesmuseum, Greifswald; Scherenschnittmuseum, Lich-tenwalde; Staatsbibliothek zu Berlin, Handschriftenabteilung; Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin; Stiftung Stadtmuseum Berlin und bei den vielen Privatsammlern.
   Diese Ausstellung wurde weiterhin durch die H.F.S. Immobilienfonds GmbH, den Schaustellerverband Berlin e.V., die Agentur für Arbeit Berlin-Süd und "Freunde und Förderer Schloss Britz e.V." unterstützt.
   Bei der Berliner Kindl Brauerei AG und der Firma Förner & Partner bedanken wir uns herzlich für die Ausrichtung der Ausstellungseröffnung.

Heinz Buschkowsky
Bezirksbürgermeister
Vorstand der Kulturstiftung Schloss Britz
Regina Stephan
Leiterin Schloss Britz
Dauer der Ausstellung:Sonntag, 25. April bis Sonntag, 4. Juli 2004


Der in der neueren Zeit wieder belebte Papierschnitt hat eine bis ins 11. Jahrhundert zurückreichende Tradition. Schloss Britz hat sich die Aufgabe gestellt, Scherenschnittkunst in und aus Berlin von der Aufklärung bis zum Ende der 20er Jahre zu zeigen. Bei der Recherche taten sich wahre Wunderwerke auf. Wir stellten fest, dass diese Kunst bis 1900 sehr populär war. Bekannte Künstler - Schriftsteller, Dichter, Maler, Bildhauer - haben sich mit dieser Kunstrichtung beschäftigt und je nach Temperament und Kunstfertigkeit ihren Schnitten einen besonderen Stil gegeben. Die reizvolle Wirkung des Scherenschnitts wird hervorgerufen durch die Spannung zwischen Fläche und Kontur, zwischen Schwarz und Weiß. Allein in der Kontur des Schattens einer Form oder einer Bewegung - in Schattenrisse oder Scherenschnitte graphisch umgesetzt - bündelt sich die charakteristische Aussage der Darstellung. Obgleich das Ausleihen des hochempfindlichen Papierschnitts schwierig ist, haben uns Privatsammler und Museen aus ganz Deutschland eindrucksvolle Arbeiten bedeutender Künstler, die in Berlin gelebt haben, anvertraut. Den Anspruch auf dokumentarische Vollständigkeit erheben wir hierbei nicht. Zun Vergrößern bitte klicken ...In der Ausstellung werden u.a. eine kostbare Erstausgabe von Johann Caspar Lavaters "Physiognomischen Fragmenten zur Beförderung der Menschenkenntniß und Menschenliebe", Leipzig und Winterthur 1775-1778, aus dem Besitz der Grafen zu Stolberg gezeigt, die in der zweite Hälfte des 18. Jhs. zu einer veritablen Silhouetten-Manie in Europa beitrugen. Dazu sind getuschte und gezeichnete Entwürfe zu den Illustrationen des Buches von Daniel Chodowiecki zu sehen. Großformatige und mit überraschender technischer Raffinesse Anfang des 19. Jahrhunderts ausgeführte Landschaften der Rosa Maria Assing, geb. Varnhagen von Ense, filigrane, freche und gefällige Schnitte der in Berlin wohl bekannten Meister Karl Fröhlich, Paul Konewka und Otto Wiedemann, überzarte, hochsensible Schnitte der Johann Beckmann, die als Porzellanmalerin in der KPM Berlin tätig war, stehen den dynamisch-expressionistischen Werken aus den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts von Scherenschnittkünstlern gegenüber, die in den unterschiedlichsten Berufen (Bildhauer, Bühnenbildner, Seelsorger, Filmemacher, Bohemien) in Berlin tätig waren, wie Wilhelm Repsold, Ugo Mochi, Carlos Tips, Ernst Moritz Engert und Lotte Reiniger. Von tiefer Eindringlichkeit und Farbigkeit ist der 1923 geschnittene Kriegstotentanz von Melchior Grossek, zum Gedenken an seine im ersten Weltkrieg gefallenen Brüder.


Adresse:
Schloss Britz, Alt-Britz 73, 12359 Berlin (Neukölln)
Telefon: 030 - 609 7923 0, Telefax: 030 - 606 48 09
Fahrverbindung: U Parchimer Allee, dann Bus 144, 174, 181




Stand: 09.07.2006 Impressum  Seitenanfang