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Zwischen Schwarz und Weiß
Scherenschnittkunst in Berlin
von der Aufklärung bis zur Moderne
getuscht, gerissen, geschnitten, gestanzt, gedruckt

Begleitprogramm zur Ausstellung für Kinder und Erwachsene

Sonntag, 25. April, bis Sonntag, 4. Juli 2004
Die reizvolle Wirkung des Scherenschnitts wird hervorgerufen durch die Spannung zwischen Fläche und Kontur, zwischen Schwarz und Weiß. Allein in der Kontur des Schattens einer Form oder einer Bewegung - in Schattenrisse oder Scherenschnitte graphisch umgesetzt - bündelt sich die charakteristische Aussage der Darstellung. Je nach Kunstfertigkeit und Temperament des Künstlers bringt die phantasievolle oder plakative Umrisslinie hohe Empfindsamkeit, explosive Bewegung oder auch flache Gefälligkeit zum Ausdruck.
Der in neuerer Zeit wiederbelebte Papierschnitt hat eine bis ins 11. Jahrhundert zurückreichende Tradition. Aus ihr entwickelte sich in Europa seit Mitte des 18. Jhs. die Kunst des "Silhouettierens", benannt nach dem französischen Finanzminister E. de Silhouette, der sich um 1757 durch seine Sparmaßnahmen so verhasst machte, dass man alles ärmlich Aussehende ä la Silhouette nannte, auch die Porträtierkunst in Schattenbildern. Die Silhouette wurde zunehmend in allen Gesellschaftsschichten populär. Schnitten Dilettanten und Künstler um 1800 neben Porträts und Freundschaftstempeln mit Begeisterung Exotika, so thematisierten sie im 19. Jh. neben Märchen zunehmend das Alltagsleben, nach dem 1. Weltkrieg den Tod und das Großstadtleben. Obgleich das Ausleihen des hochempfindlichen Papierschnitts schwierig ist, haben uns Privatsammler und Museen eindrucksvolle Arbeiten bedeutender Künstler anvertraut, wobei der Anspruch auf dokumentarische Vollständigkeit nicht gegeben ist. Schwerpunkt der Ausstellung ist der Scherenschnitt in Berlin im 19. Jahrhundert. Rückblickend wird die Entwicklung der Schattenbilder seit der Aufklärung gezeigt und ausblickend Scherenschnittkunst der Sezession.
Zu sehen sind Silhouetten, Faltschnitte, freier Schnitt, Scherenschnittvorlagen für Buchillustrationen, mit Scherenschnitt-Illustrationen geschmückte Gebrauchsgegenstände, Schattentheater, ein Schattenspiel in einer Sebnitzer Laterne, Scherenschnittfilme von Lotte Reiniger. Gezeigt werden u.a. Arbeiten von Chodowiecki, von den Geschwistern Varnhagen von Ense, von K. Fröhlich, P. Konewka, J. Beckmann, M. Grossek und E. M. Engert.
Öffnungszeiten: dienstags - donnerstags, von 14.00 bis 18.00 Uhr, freitags von 14.00 bis 20.00 Uhr, samstags, sonntags und feiertags von 11.00 bis 18.00 Uhr.
Eintrittspreise: 4,00 € (ermäßigt 3,00 €), dienstags und donnerstags gilt für alle Rentner der ermäßigte Preis. Gruppen ab 10 Personen zahlen pro Person 3,00 €, Familienkarten (2 Erwachsene und 2 Kinder bis 12 Jahren) für 10,00 €.

Angebote für Kinder

Schere - Papier - Licht
Kinderschattentheater zum Mitmachen

Schloß Britz lädt ein zum kreativen Spiel aus Licht und Schatten mit dem Kinderschattentheater "Schwarz - Weiß".

Die Aufführung mit Workshop und Nachspielen bietet den Kindern dreierlei:
sehen -  schneiden - spielen.

Ab Dienstag, 11. Mai 2004, vormittags für Kindergruppen ab 4 Jahre
Dauer ca. 1 Stunde
Kosten: 2,00 € je Kind (Material inklusive)
1,00 € je begleitendem Erwachsenen

Zwischen Schwarz und Weiß Scherenschnitt-Workshop für Kinder
Schloß Britz lädt Kinder zur Einführung in die lebendige Welt des Scherenschneidens ein. Unter Anleitung wird den Kindern die Technik und Gestaltung des Scherenschneidensgezeigt.
Ab Dienstag, 11. Mai 2004, nachm. für Kindergruppen ab 10 Jahren.
Dauer ca. 1 Stunde
Kosten: 2,00 € je Kind (Material inklusive)
1,00 € je begleitendem Erwachsenen

Märchenwelt in Schwarz und Weiß Schattenmärchenfilme von Lotte Reiniger
Im Schloß Britz werden Schattenmärchenfilme für Kinder von der bekannten Schattenbildfilmerin Lotte Reiniger und Sonderführungen angeboten.
Ab Dienstag, 18. Mai 2004, vorm. für Kindergruppen ab 4 Jahre.
Dauer ca. 1 Stunde Kosten: 1,00 € je Kind
1,00 € je begleitendem Erwachsenen

Für alle Veranstaltungen gilt: Telefonische Terrainabsprache unter 609 79 23 0


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Angebote für Erwachsene

Filmvorführungen im Festsaal
(während der regulären Öffnungszeiten der Ausstellung)
Lotte Reiniger (1899-1981)
Schon als Schülerin beschäftigte sich die geborene Berlinerin mit Silhouetten und dem Schattentheater. Beeindruckt von den frühen Filmen Paul Wegeners, wollte sie Schauspielerin werden und besuchte die Max-Reinhardt-Schule am Deutschen Theater Berlin. Ein selbstgebastelter Tricktisch und das im Jahr 1907 in Amerika erfundene Verfahren, mit der Kamera Einzelbilder aufnehmen zu können, wurden fortan ihre Arbeitsmittel. Durch Paul Wegener kam Lotte Reiniger an das Institut für Kulturforschung zu Dr. Hans Curlis und Carl Koch, ihrem späteren Mann. Dort entstand 1919 ihr erster eigener Film "Das Ornament des verliebten Herzen". Nach Werbefilmen für Julius Pinschewer folgten mehrere Märchenverfilmungen, u.a. "Aschenputtel" (1922), der als Stummfilm noch erhalten ist. Von 1923 bis 1926 arbeitete Lotte Reiniger in Berlin zusammen mit Carl Koch, Walther Ruttmann und Berthold Bartosch an ihrem berühmtesten Werk, das als erster abendfüllender Trickfilm in die Filmgeschichte einging: "Die Abenteuer des Prinzen Achmed". Dieser Film wurde im Verlag Wasmuth, Berlin/Tübingen auch als Buch verlegt. Gleich zu Beginn des Dritten Reiches kehrte Lotte Reiniger Deutschland den Rücken "weil mir diese Hitlerveranstaltung nicht paßte und weil ich sehr viele jüdische Freunde hatte, die ich nun nicht mehr Freunde nennen durfte". Im Jahre 1936 verließ sie Deutschland und ging nach London. 1943 kehrte sie noch einmal nach Berlin zurück. Da es 1945, nach Kriegsende, kaum Möglichkeiten zum Filmen gab, inszenierte sie für die "Berliner Schattenbühne" mit ihrer Freundin Elsbeth Schulz die Märchen "Brüderchen und Schwesterchen", "Gestiefelter Kater" und "Dornröschen". 1949 zog sie endgültig nach London. Lotte Reiniger machte nicht nur eigene Filme, sondern arbeitete auch an Filmen anderer Regisseure mit. Hauptsächlich gestaltete sie aber eine ganze Reihe von Filmen nach den Märchen der Gebrüder Grimm und Hans Christian Andersen und den Geschichten aus Tausend-und-einer-Nacht. Ihre Grimm-Interpretation "Das tapfere Schneiderlein" gewann 1955 bei der Biennale Venedig den "Silbernen Delphin" (1. Preis für Kurzfilme). Im gleichen Jahr entwickelte sie die ersten Silhouettenfilme mit farbigem Hintergrund. Ihr Mann Carl Koch arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 1963 bei der Herstellung ihrer Filme mit.
1969 besuchte Lotte Reiniger auf Einladung des Kommunalen Kinos Frankfurt am Main (Walter Schobert) und des damaligen Arbeitszentrums Jugend Film Fernsehen München (Hans Strobel) Deutschland zum ersten Mal seit ihrer Emigration, was zu einer Wiederentdeckung ihres Filmschaffens in der Bundesrepublik und zu späten Ehrungen (1972 Filmband in Gold, 1979 Bundesverdienstkreuz) führte. Neben ihren Filmproduktionen unternahm sie bis ins hohe Alter immer wieder Vortragsreisen. Lotte Reiniger starb 82jährig im Juni 1981 in Dettenhausen bei Tübingen, wo sie die letzten Monate bei der Pfarrersfamilie Happ verbrachte, die sich wie sie dem Schattenspiel widmet. Ihr Nachlass befindet sich im Stadtmuseum Tübingen.

14.00 Uhr Ein Scherenschnittfilm entsteht: Lotte Reiniger bei der Arbeit
Primose Productions, London i.A.des Instituts für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht, München.

15.00 Uhr Historische Filme aus den Jahren 1921 -1928
(teilweise in den 50er Jahren von Lotte Reiniger überarbeitet und farbig hinterlegt)
Dr. Doolittle
nach der Geschichte von Hugh Lofting In der Höhle des Löwen
Im Kannibalenland Reise nach Afrika
Der Graf von Carnabas
nach dem alten Märchen vom Gestiefelten Kater
Der Stern von Bethlehem

16.00 Uhr Die Abenteuer des Prinzen Achmed
Primose Productions, London Von Lotte Reiniger in den 50er Jahren als erster abendfüllender Film (Potsdam, 1923-1926) überarbeitet und farbig hinterlegt worden.

Anmeldungen sind nicht notwendig, gesondertes Eintrittsgeld wird nicht erhoben, Spenden sind erwünscht.

Lichtbildervortrag

Mittwoch, 26. Mai 2004, 20.00 Uhr
Schwarz auf Weiß - Die Kunst der Silhouette in der Goethezeit

Hartmut Schmidt, Leiter der Stadt. Sammlungen, Wetzlar
Eintritt: 5,00 €, Karten an der Abendkasse


Finissage

Sonntag, 4. Juli 2004
16.00 Uhr Historischen Pferdestall
Kinderschattentheater "Schwarz - Weiß"

Eintritt: Kinder: 2,00 €, Erwachsene: 5,00 €
19.00 Uhr "Schatten"
Eine nächtliche Halluzination

Deutschland 1923, Stummfilm; Regie: Arthur Robinson,
Buch: Rudolf Schneider, Arthur Robinson
Kamera: Fritz Arno Wagner; Bauten/Kostüme: Albin Grau;
Silhouetten: Ernst Moritz Engert
Darsteller: Fritz Kortner, Ruth Weyher
Eintritt: 5,00 €, Karten an der Abendkasse

Scherenschnitte zuschauen - schneiden - kaufen
Zugunsten "Hilfe für Afrika e. V." wird Frau Hella Weingart an folgenden Samstagen von 14.00 bis 18.00 Uhr Scherenschnitte in der Ausstellung herstellen und interessierte Besucher in das Geheimnis des Schneidens einführen: 1., 15., 22., 29. Mai; 5., 12., 19., 26. Juni und 3. Juli 2004.


Adresse:
Schloss Britz, Alt-Britz 73, 12359 Berlin (Neukölln)
Telefon: 030 - 609 7923 0, Telefax: 030 - 606 48 09
Fahrverbindung: U Parchimer Allee, dann Bus 144, 174, 181




Stand: 09.07.2006 Impressum  Seitenanfang