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  Georg F. C. Frick 
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Lithophanien: Die Welt des Biedermeier im Porzellanbild

Unterschiedliche Funktionsformen von Lithophanien:


1. Fensterhänger (Porzellanplatte, weiß oder bemalt)
Mit Ösen, aufsteckbaren Ösenclipps oder Löchern versehen, bleiverglast oder gerahmt, wird die Platte an einer Gliederkette oder Band vor eine Fensterscheibe gehängt.

2. Lichtschirm (Porzellanplatte, weiß oder bemalt)
Genutzt als einschiebbare Wechselplatte in Lichtschirmständern aus Holz, Eisenkunstguß oder anderem Material, hatte sie die Funktion die Helligkeit einer künstlichen Lichtquelle zu reduzieren. Die Lichtquelle bestand häufig aus einer Kerze oder einer kleinen Ölwanne, die rückseitig hinter dem Lichtschirmbild angebracht war.


3. Fenster- Wintergarten- Schirm (Porzellanplatte, weiß oder bemalt)

Gerahmte oder bleiverglaste Lithophanieplatten unterschiedlicher Größe und Form werden, wie zum Bestücken einer Bilderwand, beliebig zusammengestellt und in einen größer dimensionierten, meist über ein gesamtes Fenster oder einen Türflügel reichenden Schirm eingearbeitet.

4. Tisch- und Deckenlampen (Porzellanplatten, -glocken oder -kuppeln, weiß oder bemalt)
Der Lampenschirm besteht meist aus Einzelplatten, bei einer Rundform überwiegt die konische Lithophanie-Glocke.


5. Rechaud: Stövchen/ Veilleuse (gerade oder gebogene Porzellanplatten, -zylinder oder - glocken, weiß oder bemalt)

Die Tischwärmeöfchen bildeten zusammen mit einem kleinen, im Dekor dazu passenden Kännchen eine Einheit, deren Lithophaniewandung gleich in das Porzellangefäß mit eingearbeitet wurde. Die eigentliche Lithophaniewandung kann, bei einem quadratischen Korpus aus vier kleinen Einzelplatten bestehen, bei der Rundform überwiegen konische Lithophanieglokken. Bei einer Zylinderform besteht die Möglichkeit eine Zylinderlithophanie in einem Stück oder vier halbrunde Lithophanieplatten in das Rechaudgestell zu klemmen.

6. Miniaturen (kleinformatige Porzellanplatten)
Wechselplättchen für Lichtschirme von Puppenstuben; Plättchen mit erotischen Motiven, häufig in einer mehrteiligen Bilderfolge, die in einem Taschenetui untergebracht werden konnten; Eck- oder Lückenornamente für Lichtschirmständer

7. Zierde von Gefäßböden oder -Wandungen
Als Überraschungseffekt beim Leeren von "Wundertassen", Krügen oder Humpen gedacht.


Tasse und Untertasse - Lithophanieboden

Porzellan, KPM, um 1840, Berlin, Privatbesitz

Lit.: Rather-Pliquet, Kirsten Dorothee, Die Lithophanien der KPM Berlin (1828-1865). Ein Beitrag zur Porzellangeschichte des 19. Jahrhunderts. Dissertation Universität Hamburg, Hamburg 1993.



Stand: 06.07.2003  Impressum  Seitenanfang