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Lithophanien: Die Welt des Biedermeier im Porzellanbild

Georg Friedrich Christoph Frick (1781-1848)

Am 5. Mai 1791 trat Georg Friedrich Christoph Frick als "Zögling beim Arcano und Farbenlaboratorio" der KPM Berlin ein. Wie sein Nachfolger Georg Kolbe (1801-1867) in seiner "Geschichte der Kgl. Porcellanmanufactur zu Berlin" (1863) berichtet, wurde Frick später als ausführender und beaufsichtigender Techniker in verschiedenen Zweigen der Manufaktur tätig und machte sich durch intensive Studien und Reisen im In- und Ausland mit den Erfordernissen der Porzellanfabrikation bekannt.
Seine Erfolge waren so groß, dass er den Direktor der Manufaktur Sevres, Brongniart, bereits 1812 auf dessen Informationsreisen durch Deutschland, Österreich und Böhmen zu den dort ansässigen bedeutenden Manufakturen begleiten durfte. Beide unterrichteten sich ständig gegenseitig über neue-ste keramische Erfindungen.
Durch die 1810 in Kraft getretene neue Gewerbeordnung und eine Änderung der Zollgesetzgebung 1818, mit der das Monopol der KPM zur Porzellanherstellung in Preußen fiel, war die Berliner Manufaktur vom Niedergang bedroht. Als die KPM Berlin 1821 in finanziell unabhängig voneinander arbeitende Abteilungen aufgegliedert wurde erhielt Friedrich Philipp Rosenstiel (1754-1832) die Führung der Porzellanmalerei, der Geheime Bergrat Proessel (+1848) die Leitung der Gesundheitsgeschirrfabrikation und Frick das Ressort der Weißporzellane.

  
  

1834 wurde Frick zum Direktor der gesamten Manufaktur ernannt. Unter seiner Leitung erfuhr die KPM einen beachtlichen Aufschwung. Nicht zuletzt wurde die Produktion seine publikumswirksamen Lithophanien, deren Herstellungsweise er ständig verbesserte und weiterentwickelte, ein großer Erfolg mit namhaftem Gewinn. Die Prosperität der KPM, die von der Öffentlichkeit mit Lob registriert wurde, lag ohne Zweifel in der Persönlichkeit Fricks begründet, die sich durch Forscherdrang, außergewöhnliche technische Fähigkeiten und kaufmännisches Geschick auszeichnete. Nach seinem Engagement während der Revolutionswirren 1948 sah sich Frick massiver öffentlicher Kritik ausgesetzt und wählte den Freitod. Bergrat Proessel leitete die KPM bis zu seinem Tod vier Monate lang weiter, dann folgte 1850 Georg Kolbe.
Von Fricks Nachkommen Max und dessen Verlobter Louise Stachow ist jeweils ein mit 1848 datiertes Portrait auf einer bemalten 30,5 x 38,5 cm großen Bildplatte der KPM Berlin (Privatbesitz Berlin) erhalten, die in einem Aufsatz von Hannelore Plötz-Peters von 1997 veröffentlicht wurden (s. Literaturhinweis).

Lit.: Rather-Pliquet, Kirsten Dorothee, Die Lithophanien der KPM Berlin (1828-1865). Ein Beitrag zur Porzellangeschichte des 19. Jahrhunderts. Dissertation Universität Hamburg, Hamburg 1993, Plötz-Peters, Hannelore, "Zwei Bildplatten als Verlobungsgeschenk. Der Werdegang des KPM-Direktors Frick und ein Präsent aus seinem Todesjahr", in: Keramos, Nr. 158, 1997, S. 55-62



Stand: 06.07.2003  Impressum  Seitenanfang