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Das Tal der Schlösser und Gärten
Das Hirschberger Tal in Schlesien — ein gemeinsames Kulturerbe

Hintergrund
Das Hirschberger Tal im Riesengebirge (heute Kotlina Jeleniogórska) zeigt für den informierten Besucher die Spuren einer blühenden Vergangenheit, die sich nicht zuletzt in einem ungewöhnlichen Reichtum an Schlössern, Parkanlagen und Burgen manifestiert. Das Riesengebirge mit seiner wechselvollen Geschichte zwischen polnischer, böhmischer, österreichischer, preußisch-deutscher und wieder polnischer Herrschaft war im Mittelalter Sitz der polnisch-schlesischen Piasten, auf deren Größe heute noch die Ruine der Burg in Alt-Kemnitz/ Stara Kamienica und die Burg Kynast/Choinik bei Hermsdorf/Sobieszów hinweisen. Im 18. Jh. errichtete die Familie Schaffgotsch in Warmbrunn/Cieplice das repräsentative Schloss, das den dann berühmt gewordenen Badeort bis heute - prächtig restauriert und als Universitätsgebäude genutzt - dominiert.

Seit der von den Piasten vorangetriebenen Besiedelung Schlesiens mit deutschen Siedlern ab dem 12. Jahrhundert bildeten sich im Hirschberger Tal neue Adelsgeschlechter, die zahlreiche Herrensitze und Schlösser errichteten. Die im 19. Jahrhundert außerordentlich rasche und intensive Inbesitznahme des Hirschberger Tals durch die Familien des europäischen Adels, wie der Familie der Hohenzollern, der Radziwitt der Landgrafen von Hessen oder des niederländischen Hauses von Oranier unterstreicht nicht nur die Einzigartigkeit des Tales, sondern auch dessen internationale Bedeutung. Prinz Wilhelm von Preußen erwarb 1822 im östlichen Teil des Hirschberger Tals das Gut Fischbach, König Friedrich Wilhelm III. kaufte als Sommersitz 1832 Schloss Erdmannsdorf und 1839 für seine Tochter Luise das nahegelegene Schloß Schildau. Insgesamt kann man von sechsundreißig Schlössern und Burgen im Hirschberger Tal sprechen.

Die alten, meist aus der Renaissance stammenden Schlösser und Herrenhäuser, wurden im Geiste des Klassizismus und der Romantik errichtet, um ein Gesamtkunstwerk mit den sie umgebenden Parkanlagen und Gärten zu schaffen. Bedeutende Baumeister wie Karl Friedrich Schinkel oder Friedrich August Stüler ebenso wie der geniale Gartenarchitekt Peter Josef Lerne wurden vom preußischen Königshaus und den befreundeten europäischen Adelsfamilien dazu herangezogen.


Schloß der Familie Schaffgotsch in Bad Warmbrunn

Sie schufen die bis heute in Ansätzen noch erkennbaren Anlagen, die vor dem imposanten Hintergrund des Riesengebirges ähnlich wie die unter dem Schutz der UNESCO stehende Schlösser und Parklandschaften um Potsdam, eine Kulturlandschaft von europäischem Rang darstellen.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich das Tal auch zu einem Zentrum des Fremdenverkehrs. Waren die Besucher zu Anfang des Jahrhunderts noch vorwiegend wohlhabendere Persönlichkeiten wie der spätere Präsident der USA John Quincy Adams, Alexander von Humboldt oder Johann Wolfgang von Goethe, so kamen mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes von Berlin und Breslau nach Hirschberg seit Mitte des Jahrhunderts immer breitere Schichten, die im Tal und in den Bergen Erholung suchten. Die Schlossund Parkanlagen besaßen für sie große Anziehungskraft. Der Fremdenverkehr, die auch vielen Bewohnern der Dörfer ein willkommenes Zubrot brachte, erreichte bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen hohen Entwicklungsstand.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der politischen Neuordnung in Europa ging die Glanzzeit derSchlösser im Hirschberger Tal zu Ende. Zwarwurden viele Schlösserin Schulen, Ferienheime oder Verwaltungssitze der Gemeinden ungewidmet, doch konnte diese Nutzung den Verfall bestenfalls verzögern. Heute sind viele der Gebäude vom Untergang bedroht. Der polnische Staat kann den Unterhalt nicht finanzieren, nicht einmal der Erhalt der Bausubstanz ist - trotz des großen Einsatzes der örtlichen Denkmalpflege - aus öffentlichen Mitteln möglich.

Deutlich wird aber auch, daß der Aufbau und der Unterhalt dieser Objekte aus privaten Mitteln fast unmöglich ist, da die Zeiten, in denen ein Schloß von finanzkräftigen Familien zu repräsentativen Zwecken erworben und unterhalten wurde, endgültig vorbei sind. Die Schlösser und Parklandschaften im Hirschberger Tal haben nur eine Zukunft, wenn realistische Nutzungskonzepte für sie entwickelt und engagierte Menschen gefunden werden, die dort richtungweisende Projekte vorantreiben wollen. Richtungweisend können aber nur Projekte sein, die auf eine europäische Zukunft zielen. Ansätze dazu gibt es bereits. Ein positives Beispiel ist Schloß Lomnitz, das im Jahr 1991 von einer deutsch-polnischen GmbH - der auch die Nachkommen des ehemaligen Schlossbesitzers angehören - erworben wurde und heute ein von Deutschen und Polen gern besuchtes Ausflugslokal, eine Stätte für internationale Seminare, Symposien und Kulturveranstaltungen sowie Sitz des Vereins zur Pflege schlesischer Kunst und Kultur e.V. in Polen ist. Hier fanden u.a. in den Jahren 1997 und 1998 dem Erhalt der Park- und Schlösserlandschaft des Hirschberger Tals gewidmete internationale Konferenzen unter der Schirmherrschaft von ICOMOS und des polnischen Generalkonservators statt.




Stand: 06.07.2003  Impressum  Seitenanfang