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Eine filigrane Kunst - Schlesischer Eisenkunstguß im 19. Jahrhundert
Eine Ausstellung zu Ehren von Friedrich Wilhelm Graf von Reden

Eine gemeinsame Ausstellung der Stiftung Schlesien, Hannover und
der Kulturstiftung Schloß Britz  mehr Infos zur Ausstellung

Friedrich Wilhelm Graf von Reden stammte aus sehr altem Adel und wurde 1752 in Hameln geboren. Nach fundierter Ausbildung im Bergfach schloß er 1774 das Studium der Rechts- und Naturwissenschaften mit dem zweiten Staatsexamen ab, machte dann die obligate mehrjährige Studienreise, die ihn u.a. nach England führte. Nach kurzer Tätigkeit in der Kammer in Hannover holte ihn sein Onkel, Staatsminister von Heinitz, in den preußischen Staatsdienst und übertrug ihm als ersten Direktor das Oberbergamt in Breslau. In kurzer Zeit erarbeitete er einen Entwicklungsplan für den Bergbau in Schlesien und fand damit die Zustimmung seines Königs, Friedrich des Großen, der ihm die notwendigen Finanzmittel trotz leerer Kassen zur Verfügung stellte. Er setzte auf neue Technologien und auf gezielte Standortwahl. Damit schuf er das oberschlesische Industrierevier. Er ließ in Tarnowitz die erste Dampfmaschine auf dem Kontinent einsetzten, zu der Johann Wolfgang von Goethe 500 km fuhr, um sie zu besichtigen, er ließ die erste Eisenbrücke in Malapane gießen, führte gleisgebundene Rollwagen und schiffbare Stollen zum Transport schwerer Lasten ein, ließ den ersten Kokshochofen in Königshütte anblasen und entwickelte Schmelzverfahren, die es ermöglichten nicht nur leistungsfähige Maschinen und Kanonen herzustellen, sondern Eisenkunstguß von filigraner Schönheit. Er setzte sich für die Kohlenheizung im Privathaushalt ein, baute Bergarbeitersiedlungen und sorgte für eine gute Schul- und Berufsausbildung der Bergleute und ihrer Familien. Auf seinem Mustergut Buchwald im Riesengebirge züchtete er ertragreicheres, dem Klima angepasstes Saatgut und schuf den ersten englischen Park in Schlesien, zu dem Besucher als allen Teilen der Welt pilgerten. Er lud Künstler nach Buchwald ein und gab damit wesentliche Impulse für die Landschaftsmalerei. Nach seiner zweiten Reise nach England übernahm er zusätzlich zu seiner Direktorentätigkeit in Schlesien immer mehr Aufgaben im Bergbauministerium in Berlin und fungierte als Staatssekretär. Nach dem Tod seines Onkels wurde er dessen Nachfolger als preußischer Bergbauminister, dem auch die KPM unterstand. Während der napoleonischen Besatzungszeit gelang es ihm, die preußischen Bergwerke weitgehend in Gang zu halten, doch kostete ihm die notgedrungene Zusammenarbeit mit den französischen Dienststellen 1807 das Ministeramt. Obwohl gesundheitlich stark angeschlagen, spielte er als graue Eminenz eine wesentliche Rolle bei der Modernisierung des preußischen Staates und den Befreiungskriegen. Erst im Alter von 50 Jahren heiratete er Friederike von Riedesel. Sie trug mit ihrem sozialen Engagement dazu bei, daß das schlesische Weberelend gemildert wurde, die Zillertaler Exulanten im Riesengebirge eine neue Heimat fanden und die alte, norwegische Kirche Wang in einer denkmalpflegerischen Glanzleistung zur Attraktion des Riesengebirges wurde. Graf Friedrich Wilhelm von Reden starb 1815 kinderlos im Alter von 63 Jahren.




Stand: 06.07.2003  Impressum  Seitenanfang