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Eine filigrane Kunst - Schlesischer Eisenkunstguß im 19. Jahrhundert
Eine Ausstellung zu Ehren von Friedrich Wilhelm Graf von Reden

Eine gemeinsame Ausstellung der Stiftung Schlesien, Hannover und
der Kulturstiftung Schloß Britz  mehr Infos zur Ausstellung


Stiftungs Urkunde / des / Ersten Frauen Vereins / zum / Wohl des Vaterlandes / unter der obern Leitung Ihro / Koenigliche Hoheit der Frau / Marianne Prinzessin Wilhelm / von Preußen.

Aufruf an die Frauen im Preußischen Staate.

Das Vaterland ist in Gefahr! So sprach der König zu seinen treuen Ihn liebenden Untertanen, und alles eilt herbei um es dieser Gefahr zu entreißen. Männer ergreifen das Schwert und reißen sich los aus dem Kreise ihrer Familien, Jünglinge entwinden sich der zärtlichen Umarmung liebender Mütter, und diese – voll edlen Gefühls – unterdrücken die heilige Mutter=Thräne. Alles strömt zu den Fahnen, rüstet sich zu dem blutigen Kampfe für Freyheit und Selbstständigkeit; die Flamme die in dem Busen eines Jeden lodert, sichert den glücklichen Ausgang. Aber auch wir Frauen müssen mitwirken die Siege befördern helfen, auch Wir müssen Uns mit den Männern und Jünglingen einen, zur Rettung des Vaterlandes.
Darum gründe sich ein Verein, er erhalte den Namen der Frauen-Verein, zum Wohl des Vaterlandes. – Gern stellen Wir Uns, die Wir dem Vaterlande angehören, an die Spitze dieses Vereins. Wir hegen das feste Vertrauen, es wollen die edelmüthigen Frauen und Töchter jedes Standes mit Uns dazu beitragen, daß Hülfe geleistet werde, den Männern und Jünglingen, die für das Vaterland kämpfen, damit es wieder in die Reihe der glücklichen Staaten stehe, in welchen der Friede seine Seegnungen ausströmen könne.
Zu diesem Zweck wird gegen eine mit einem Siegel versehene und von Einer Kommißion die Wir ernennen werden, unterzeichnete Quittung in einem Lokale, welches noch näher angezeigt werden wird, jede Gabe, jedes Geschenk, nicht nur dankbar angenommen, sondern auch gesammelt verzeichnet und durch öffentliche Blätter bekannt gemacht werden. Diese Gaben und Geschenke geben fortan das Recht, sich Theilgenossin des Frauen-Vereins zum Wohle des Vaterlandes zu nennen und vorzugsweise das zur Ausrüstung vorzustellende Individuum der Kommißion zu empfehlen.
Nicht blos bares Geld, wird dieser Verein, als Opfer dargebracht annehmen, sondern jede entbehrliche werthvolle Kleinigkeit. – Das Symbol der Treue, der Trauring, die glänzende Verzierung des Ohrs, der kostbare Schmuck des Halses. Gern werden monatliche Beyträge, gern Materialien, Leinewand, gesponnene Wolle, Garn, angenommen, und selbst unentgeltliche Verarbeitung dieser rohen Materialien als Opfer angesehen werden.
Alles was auf diese Art gesammelt wird, gehört dem Vaterlande: Diese Opfer dienen dazu, die Vertheidiger, die es bedürfen, zu bewaffnen, zu bekleiden, auszurüsten, und wenn die reiche Wohltätigkeit der Frauen Uns in den Stand setzt noch mehr zu thun, dann sollen die Verwundeten gepflegt, geheilt dem dankbaren Vaterlande wiedergegeben werden, damit auch von Unserer Seite erfüllt werde das Große, das Schöne, damit das Vaterland, das in Gefahr ist, auch durch Unsere Hülfe gerettet werde, sich neu gestalte und durch Gottes Kraft wieder aufblühe.

Berlin, den 6ten März 1813 Louis Epenstein.

Marianne Pr. Wilhelm v. Preußen. Charlotte Pr. von Preußen. Wilhelmine Pr. von Orange. Alexandrine Pr. von Preußen. Auguste Kurprinzessin v. Hessen. Luise Pr. von Preußen. Wilhelmine verwittwete Pr. von Orange. Friedericke Pr. von Preußen. Luise verwitt: Erb:Pr. zu Braunschweig. Prinzessin Ferdinand v. Preußen. Caroline Pr. von Hessen. Luise Pr. von Preußen Radziwill. Marie Pr. von Hessen.

Quelle: Paul Seidel, Eine Erinnerung an den ersten Frauen-Verein 1813, in: Hohenzollern-Jahrbuch, Forschungen und Abbildungen zur Geschichte der Hohenzollern in Brandenburg-Preußen, 18. Jg., Berlin-Leipzig 1914, S. 237.





Stand: 06.07.2003  Impressum  Seitenanfang