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"Schlösser, die im Monde liegen..."
Paul Lincke und die Berliner Operette
Sonntag, 17. Oktober 2004 bis Sonntag, 30. Januar 2005


Paul Lincke (1866-1946)

Ein Berliner Komponist

Paul Lincke kam als zweiter Sohn des Magistratsdieners August Lincke und seiner Frau Emilie am 7. November 1866 in der Holzgartenstraße 5 in der Nähe der Jungfernbrücke zur Welt. Die Musikalität dürfte Paul von seinem Vater geerbt haben, der sich als Geigenspieler zusammen mit seinem Freund, dem Kontrabassisten Kaakstein vom Orchester des Königlichen Opernhauses, einen Nebenverdienst in kleineren Kapellen sicherte. Nach dem frühen Tod des Vaters, der 1871 an schwarzen Pocken erkrankte, zog Emilie mit ihren drei Kindern erst in die Adalbertstraße, später in die Eisenbahnstraße, ganz nahe am Lausitzer Platz. Pauls großes Interesse an der Musik, vor allem an Militärmusik, förderte die Mutter auf Anraten Kaaksteins. Sie schickte ihren Sohn nach Abschluss der Realschule in die Lehre zu Rudolf Kleinow in die Stadtpfeifferei nach Wittenberge. Seine Lehrzeit nutzte Paul nicht nur, um sich als Fagottist ausbilden zu lassen, sondern auch um das Spielen der Geige, des Tenorhorns, des Schlagzeugs und des Klaviers zu erlernen.

1884 kehrte er nach Berlin zurück und bewarb sich als Militärmusiker. Doch diese Karriere blieb ihm verschlossen, denn seine Körperstatur entsprach nicht den Anforderungen zur Aufnahme ins Militär. Stattdessen gelang es ihm, am Central-Theater in der Alten Jakobstraße bei Adolf Ernst ein erstes Engagement als Fagottist zu erhalten. Bereits eine Spielzeit später wechselte er als Orchestermusiker an das Ostend-Theater in der Großen Frankfurter Straße, an dem er die sechzehnjährige Soubrette Anna Müller kennen und lieben lernte. Ein Jahr später heirateten sie. In den folgenden Jahren sammelte er als Korrepetitor und Kapellmeister im Schweizer Garten, im Königsstädtischen Theater am Alexanderplatz, im Belle-Alliance-Theater und im Parodietheater in der Oranienstraße wertvolle Erfahrungen in der Unterhaltungs- und Tanzmusik. Als Kapellmeister musste er mit dem Orchester diverse Attraktionen der Varieté-Programme untermalen und eigene Melodien für die beliebten Couplet-Sängerinnen komponieren – Erfahrungen, die er im Apollo-Theater in der Friedrichstraße noch perfektionieren konnte. Seit 1895 entstanden revueartige musikalische Einakter wie "Venus auf Erden" (1897).

Paul Lincke

Porträt Paul Lincke im Frack mit Zylinder und Gehrock
Scherls Bilderdienst Berlin SW 68, Foto, o. J. , © Stiftung Stadtmuseum Berlin

Nach einem zweijährigen Intermezzo am berühmtesten europäischen Varieté-Theater, den Folies-Bergère in Paris, kehrte er an das Berliner Apollo-Theater mit neuen Kompositionen zurück. Dem Riesenerfolg von "Frau Luna" 1899 folgten noch im selben Jahr "Im Reich des Indra" und im März 1902 die Operette "Lysistrata". Paul Lincke und sein Librettist Heinz Bolten-Baeckers bereicherten damit das Repertoire der Unterhaltungsmusik, besonders durch die unsterbliche Melodie des "Glühwürmchen-Idyll". 1904 komponierte Paul Lincke den Marsch "Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft...", der zur Berliner "Stadthymne" wurde.




Stand: 29.11.2005 Impressum  Seitenanfang