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"Schlösser, die im Monde liegen..."
Paul Lincke und die Berliner Operette


Luftschifffahrt in Berlin

Otto Lilienthal und der technische Fortschritt

Bereits ein Jahr, nachdem die Brüder Montgolfier in Frankreich mit einem Ballon in die Luft gestiegen waren, ließ der Chemiker Achard von der Akademie der Wissenschaften im Februar 1784 einen "kugelförmigen Luftball" unter dem Beifall zahlenden Publikums in Berlin auf­steigen. Die vielfältigen Versuche der nächsten Jahrzehnte, lenkbare Luftschiffe zu bauen, stießen auf reges Interesse. Jules Vernes literarische Phantasien "Fünf Wochen im Ballon" (1863), "Von der Erde zum Mond" und die "Reise um den Mond" (beide 1867) verkörperten die Vision vom Fliegen und avancierten zur vielgelesenen Lektüre. Als Jules Verne 1873 seine "Reise um die Erde in 80 Tagen" veröffentlichte, misslang eine Ballonfahrt über den Atlantik zwar noch, aber die Akteure in Jacques Offenbachs Opéra féerie "Die Reise zum Mond" waren 1876 bereits mit Hilfe einer Mondkanone auf dem Weg zum Erdtrabanten. In Paul Linckes Operette "Frau Luna" reisten die Berliner dank des findigen Steppke in einem Ballon zum Mond. Die Operette und die spöttische Allegorie der Luftschifferin zeugten von Erwartungen und großem Enthusiasmus der Deutschen für die Luftschifffahrt zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Zeppelinflug

Amateurphotograph: Heinrich Kroner, dokumentiert den Zeppelinflug über
Berlin 1909 von seinem Wohnhaus Potsdamer Straße 27 aus.
Reproduktion: Friedhelm Hoffmann © Stiftung Stadtmuseum Berlin

Anfang der 1890er Jahre führte der Flugpionier Otto Lilienthal (1848-1896) auf einem eigens dafür aufgeschütteten Hügel in Lichterfelde die ersten erfolgreichen Flugversuche eines Menschen vor. "Die Zeitgenossen haben bald heraus, dass sich in Lichterfelde etwas aufregendes tut. Am Sonntag kommen sie mit Kind und Kegel. (...) Der fliegende Mann wird bei seinem Erscheinen mit lautem Hallo begrüßt, nach jedem Flug mit Beifall oder abfälligen Bemerkungen bedacht, je nach Länge oder Kürze des Fluges. Es ist eine Art Zirkusvorstellung." (Anna Lilienthal)

Auch die Reise des Zeppelin "LZ 6" vom Bodensee nach Berlin war ein spektakuläres Ereignis. Ganz Berlin feierte die Ankunft am 29. August 1909.

Die Zukunft gehörte dem Motorflug, wie die Schauvorstellungen der Gebrüder Wright, Schüler von Otto Lilienthal, auf dem Tempelhofer Feld vom 4. bis 21. September 1909 eindrucksvoll belegten. Der erste erfolgreiche Motorflieger Deutschlands wurde Hans Grade (1879-1946) und die Berliner blieben begeistert. "Es scheint bei Flugplatzkatastrophen eine gewisse Anarchie unter den Zuschauern auszubrechen. (...) Uns armen Fliegern wird da nämlich gestohlen, was nicht niet- und nagelfest ist. So sah ich meine Mütze und Brille nicht wieder, Kapitän Engel­hard fehlte seine wertvolle Krawattennadel. Ich meine, das ist gemeiner Leichenraub, sonst nichts." (Gerhard Sedlmayr, Schüler von Orville Wright)

Zeppelinflug

Amateurphotograph: Heinrich Kroner dokumentiert den Zeppelinflug über
Berlin 1909 von seinem Wohnhaus Potsdamer Straße 27 aus.
Repro: Friedhelm Hoffmann, © Stiftung Stadtmuseum Berlin

Zeppelinflug

Zeppelin über Berlin, am 29. April 1909, Foto © Stiftung Stadtmuseum




Stand: 29.11.2005 Impressum  Seitenanfang