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Paul Lincke und die Berliner Operette


Apollo-Liederheft

 Titelblatt: Apollo-Liederhefte Nr. 1:
© 1952 by APOLLO – Verlag Paul Lincke, Berlin

Überleben als Verleger und Kapellmeister

Paul Lincke wird Ehrenbürger

Seit 1901 war Paul Lincke am Unternehmen seines Freundes, des Musikalienhändlers Richard Rühle, beteiligt. In der Oranienstraße 64 gründeten sie den "Apollo-Verlag Lincke & Rühle". Lincke beschäftigte sich eingehend mit dem Urheberrecht, das im Januar 1902 als "internationales Abkommen zum Schutz der literarischen Werke und Werke der Tonkunst" auch in Deutschland in Kraft trat. Aber erst mit der zwei Jahre später geschaffenen "Anstalt für musikalische Aufführungsrechte", initiiert von der "Genossenschaft deutscher Tonsetzer", verbesserte sich die Situation der Komponisten grundlegend. 1912 kam ergänzend das "mechanische Urheberrecht" dazu, das die Herstellung von Musikplatten für Spieluhren und Orchestrion, von Walzen für Phonographen und Leierkästen und später auch von Schallplatten überwachte und Lizenzgebühren festlegte.

Nach dem Ersten Weltkrieg widmete sich Paul Lincke neben seiner Konzerttätigkeit hauptsächlich der Arbeit für den Apollo-Verlag, den er nach Rühles Tod weiterführte. In familiärer Unterstützung half er seinem Neffen Bruno, der in der Friedrich­straße eine Musikalienhandlung unter den Namen "Paul und Bruno Lincke" führte.

In den folgenden Jahren aktualisierte er seine Musikstücke, schrieb Melodien für den Tonfilm und dirigierte seine Operetten, die weltweit aufgeführt wurden.

Als Siebzigjähriger feierte er noch einmal Triumphe, als die Berliner Bühnen seine beliebteste Operette "Frau Luna" als abendfüllenden Zweiakter neuinszenierten, zuerst im Admiralspalast und dann im Theater des Volkes. Am 7. November 1941 verlieh ihm die Stadt Berlin die Ehrenbürgerschaft.

Eine Einladung nach Marienbad 1943, um wieder "Frau Luna" zu dirigieren, rettete ihm vielleicht das Leben; denn während seiner Abwesenheit wurden seine Wohnung und das Verlagsgebäude bei einem Bombenangriff zerstört. Nach Kriegsende gelangte er mit seiner Haushälterin dank der Hilfe des amerikanischen Generals Pierce in das fränkische Arzberg und bald darauf nach Hahnenklee in den Harz. Trotz seiner angeschlagenen Gesundheit bereitete er sich auf eine erneute Konzertreise vor; selbst einen neuen Frack hatte er in Auftrag gegeben. Immer auf seine Rückkehr nach Berlin hoffend, verstarb er am 3. September 1946, einen Tag vor der ersehnten Zuzugsgenehmigung und Wohnraumzuweisung.

Oranienstr. 64

Berlin-Kreuzberg, Oranienstr. 64
Foto, 1926, © Stiftung Stadtmuseum Berlin

Oranienstr. 64

Arbeitsraum, Apollo-Verlag, Berlin-Kreuzberg, Oranienstr. 64
Foto, 1926, © Stiftung Stadtmuseum Berlin




Stand: 29.11.2005 Impressum  Seitenanfang